Montag, 28. November 2016

Wenn Einer eine Reise tut ...

... dann kann er was erzählen, oder so. Zunächst muss er nämlich erstmal Packen. Und weil ein lieber Mensch sich vor Kurzem auf eine weite, weite Reise gemacht hat, musste natürlich etwas her, was er mitnehmen kann. Praktisch sollte es sein und schön und vor allem leicht - denn mit schwerem Gepäck reist es sich aus eigener Erfahrung nicht sonderlich gut.
Genäht habe ich einen schicken Hipster-Beutel - statt den bunten Füchsen sollten es eigentlich Einhörner werden. Doch ich musste tatsächlich feststellen, dass es trotz des allgegenwärtigen Einhornhypes, keinen ordentlichen Baumwollstoff mit Einhörnern zu kaufen gibt. Nachdem ich meiner Stoffdealerin mein Leid geklagt habe, sind es dann schließlich die Füchse von Timeless Treasure Fabrics of Soho geworden. Die sind so gar nicht einhornhaft, dafür aber schön knallig und bunt. So ganz versöhnt bin ich allerdings mit dem Einhorndilemma noch nicht.


Diese Hipster-Beutel haben sich auf meinen Reisen echt bewährt - weil sie leicht, schnell zu zusammengeknüllt und irgendwo mit reingepackt sind, durch den Kordelzug nicht ganz so Taschendieb anfällig sind und sich -zwar nicht ganz so bequem wie ein ordentlicher Rucksack- gut auf dem Rücken tragen lassen. 
Den Schnitt habe ich selbst zusammengetüdelt - ist auch keine große Kunst. Den Außenstoff habe ich mit ganz dünnem Vlies verstärkt. Innen ist der Beutel ganz einfach schwarz, beim Absteppen des Tunnelzuges habe ich noch eine Webbandschlaufe mit eingefasst - das macht sich gut um daran mit einem Karabiner einen Schlüssel festzuklipsen und minimiert die Wühlerei im Beutel enorm. Aktuell hängt an der Schlaufe ein kleines glitzer-silber Reißverschlusstäschchen - ebenfalls freischnauze genäht. Außen mit mehr Unfug- Plot, innen wohnen die Füchse. Das Täschchen beinhaltet eine ganze Menge mehr Unfug. Aufkleber - die man eben unbedingt braucht, wenn man eine große Reise tut, um mehr mehr Unfug. in die Welt zu tragen. 

Mittlerweile ist der Beutel mit Inhalt und Reisenden in Bangkok angekommen und baumelt hoffentlich bei den ersten Stadterkundungsgängen am Rücken rum. Obwohl einhornlos ist er hoffentlich eine Erinnerung an "zuhause" , ein guter Wegbegleiter und darf ganz viele neue Orte bereisen. Einen lieben Gruß in die Ferne .... 
So, jetzt hab ich Fernweh und Reiselust ...

Fini.

Schnitt: von mir 
Stoff: Füchse von Timeless Treasure im Lädchen vor Ort gekauft, Bettwäsche (schwarz), silber-glitzer Rest unbekannter Herkunft 

Wer diese ganze mehr Unfug. Sache jetzt nicht verstanden hat, der schaut mal hier

Freitag, 18. November 2016

Altes Holz für die Küche

Unser Umzug könnte möglicherweise tatsächlich bald ein Ende haben. Langsam hab ich nicht mehr dran geglaubt. Aber tatsächlich ist mittlerweile alles hier im neuen Zuhause angekommen  - und muss noch nur ausgepackt werden, pah Kinderspiel! Auf jeden Fall weiß ich jetzt, was ich beim nächsten Umzug anders organisieren würde, allerdings ist das vollkommen hinfällig, weil das ja quasi unser letzter Umzug war. Nun ja, man lernt nie aus. 
Was den Umzugsstress möglicherweise etwas potenziert hat, ist die Tatsache, dass wir neben umziehen auch noch einiges an Möbeln selber bauen wollten. Das gleichzeitig zu tun kann ich definitiv nicht empfehlen - auch wenn es schließlich alles gut geklappt hat. 
Aus unserem alten Zuhause hatten noch einen gut gehorteten Fundus an langen, alten (völlig verdreckten) Holzbohlen - vermutlich Fichte oder Kiefer. Die haben wir auf Länge geschnitten, Aussparungen für die Rohre reingesägt (hier liegen nämlich alle Heizungsleitungen Aufputz), mit dem Bandschleifer bearbeitet und mit Bio-Bienenwachs behandelt. Das sind meine ersten Versuche mit Bienenwachs - bis jetzt kann ich sagen: lässt sich gut verarbeiten, riecht sehr angenehm und bringt die Maserung gut zur Geltung. Die Zeit wird zeigen, ob das als Oberflächenbehandlung für die Küche taugt, allerdings kommt das Holz ja auch nicht direkt mit Feuchtigkeit in Kontakt - deshalb denke ich, das passt. 
Eigentlich wollten wir die Regalbretter mit Winkeln befestigen, haben uns dann aber dagegen entschieden. Es gibt nämlich keine schönen Winkel zu kaufen und eine DIY Lösung war uns dann doch zu zeitintensiv. Wir haben die Regale mit Gewindeschrauben, die eigentlich für Rohrschellen gedacht sind an die Wand geschraubt - d.h. ein Löcher in die Wand, Dübel rein, Gewindeschraubendingsi drauf, ganz genau am Brett anzeichnen und mittig Löcher bohren und auf die Gewindeschrauben stecken. Vom Prinzip her hält das jetzt, für das Gewürzregal haben wir es auch so gelassen, für die langen Regalbretter war es uns dann aber doch zu kippelig. Also haben in die Ecken der Regalbretter kleine Löcher gebohrt und das Ganze nach oben mit einem Drahtseil abgespannt. Damit die Bretter auch dort bleiben wo sie sollen, werden sie jeweils von einer Klemme von unten gehalten. 


Ich finds wunderschön und bin entzückt wie viel Stauraum sich nun plötzlich aufgetan hat. Die selbst gebaute Küchenzeile zeig ich euch ein ander Mal. Die Küche ist mittlerweile auch schon fast fertig eingeräumt.
Und ich gestehe hiermit, dass ich ein totales Faible für aufgeräumte und cleane Interior-Fotos habe - bei meinen eigenen Bildern aber doch lieber die Realität abbilde. Wohnen möchte ich nämlich in einer solche cleanen Umgebung nicht. Und dass in den Bildern Umzugsgerümpel und Wekrzeugkram rumsteht, ist zwar nicht so wahnsinnig dekorativ, aber dann doch so, wie es eben ist. 
Habt es schön,

Fini.

Dienstag, 1. November 2016

Regenwolken und Männernähsachen

Ich bewege mich gerade auf neuem, unbekanntem Terrain. Ich versuche in letzter Zeit immer mal wieder Männersachen zu produzieren. Allerdings finde ich das deutlich schwieriger als Damen- oder Kindersachen. Das liegt gar nicht an der Stoffwahl - es gibt wunderschöne männertaugliche Stoffe in GOTS - Qualität - und ich habe modetechnisch glücklicherweise auch ein paar sehr experimentierfreudige Männer um mich herum. Aber ich finde keine ordentlichen Schnittmuster. Wenn ich mir die Designbeispiele für Männersachen ansehe, dann finde ich die zumeist sehr altbacken und spießig. Irgendwie reichen meine Hirnwindungen nicht aus um mir etwas Schickes, "Hippes" und Modernes aus den Schnitten vorzustellen. 
Ich probiere da gerade viel rum - und weil ich gerade nicht gewillt bin mir ein Schnittmuster zu kaufen, das sich dann als nicht passend herausstellt, grase ich gerade den Freebook Bereich ab. Man möge mir aber bitte männertaugliche Schnitte empfehlen! Sehr gerne auch Kauf-Schnitte, nur passen und gut aussehen müssen sie. 
Bereits im September ist für den ehemaligen Lieblingsmitbewohner ein Geburtstagsshirt entstanden. Regenwolken von Stoff&Stil kombiniert mit hellblauem ehemaligen Bettlaken. Ich glaube, der Regenwolkenstoff ist eigentlich für Kinderbekleidung gedacht, aber ich finde ihn für große Männer auch wunderbar tragbar. Das Blau macht den Regen irgendwie fröhlicher und hat auch eine ganz tolle Qualität. Vermutlich würde ich den Schnitt beim nächsten Mal aber aus einem Stoff nähen, ich finde das abgesetzte passt nicht hunderprozentig mit dem Schnitt zusammen.
Nebenbei bemerkt: kann mir irgendjemand bitte mal die Kennzeichnung bei Stoff&Stil in den Läden erklären? Ich hab erst durch vorherige Recherche herausgefunden, dass die "organic" (was auch immer das heißen mag) gekennzeichneten Stoffe eben auch GOTS zertifiziert sind. Und was anderes als Stoff mit GOTS Zertifizierung kauf ich möglichst nicht. Im Laden selber aber gibts keine Sortierung - der zumindest keine für mich nachvollziehbare - und mir jedes Stoffballenkennzeichnungspapier einzeln anzugucken fand ich sehr, sehr anstrengend. Das war ein "Hu, toller Stoff, haben will" - fummel, kram, such ... "O nein, leider herkömmlich hergestellt, also weiter ...." .... und das ging zwei Stunden lang so. Und auch wenn ich viel übers Netz beziehe, ich kauf schon gerne Stoffe in echt, weil ich die vorher gerne streichel. Im Stoffladen meines Vertrauens ist das kein Ding, weil meine Stoffdealerin, weiß welcher Stoff woher kommt und ich da nicht groß suchen muss. Bei Stoff&Stil war ich allerdings ziemlich lost, und die Damen waren so busy, dass ich mich schon fast nicht getraut habe, zu fragen, ob mir jemand mal ein paar Meter Stoff abschneiden mag. Hat jemand nen Shoppingguide für Stoff&Stil oder möchte meine Einkaufsbegleitung sein? Ich mag die Designs nämlich schon sehr gerne, aber so anstrengende Einkäufe eben nicht. 

Der Schnitt ist das Classic Men's Shirt von Lovesewingmag.uk in Größe M, die Ärmel hab ich mit der Overlock versäubert, gekrempelt und mit ein paar Stichen festgenäht, das find ich tatsächlich eine schöne Alternative zum normalen Bündchen- oder Saumabschluss. Allerdings muss ich nach der Anprobe nun noch ein paar Änderungen vornehmen, das Shirt ist nämlich mega weit - das darf schon loose fit sein, aber nicht so loose, dass es nach Schlafanzug aussieht - und muss auf jeden Fall noch etwas verschmälert werden. Yeah ich liebe auftrennen! 
Ihr Nähmädels und -jungs da draußen - bitte werft nach Männerschnitten nach mir, ich wäre euch zutiefst dankbar! 

Stoff: Wolkenstoff von Stoff&Stil & ein Bettlaken, Details Snappap

Habt es schön,

Fini.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Eine Garderobe aus dem Baumarkt

Wir haben ein Platzproblem. Grundsätzlich immer. Aber jetzt tatsächlich ein sehr eigenwilliges: macht man die Haustür auf, steht man in unserer Küche. Das ist gerade so und wird sich auch erstmal nicht ändern. Eine Küche in einen Raum mit insgesamt vier Türen, davon einer Doppeltür, zu bauen hat uns bereits vor eine ganz schöne Herausforderung gestellt. Dieses Problem ist mittlerweile recht zufriedenstellend gelöst - vielleicht schaffe ich es demnächst auch mal euch Küchenbilder zu zeigen. 

Das nächste Problem, das sich stellte: wo hin mit Jacken, Schals und Mützen im quasi nicht vorhandenen Eingangsbereich? In die Spüle legen oder an den Kühlschrank hängen ist vielleicht eher nicht so schick. Es blieben ca. 30 cm Wand für den Bau einer Garderobe - klar hätte man da jetzt auch einfach eine Hakenleiste anbringen können. Wollten wir aber nicht. 
Bei meiner Garderobenrecherche bin ich auf Y-Stücke aus Messing gestoßen, ich hätte ja eigentlich lieber Kupfer gehabt, aber da gabs leider nichts Passendes. Gefunden hab ich die Teile im Onlinebaumarkt, eigentlich sind das nämlich Schlauchverbinder. 


Die Konstruktion erklärt sich mehr oder weniger von selbst: zwei an die Wand geschraubte Holzleisten mit Ösen versehen, Paracord (eigentlich Material aus dem Fallschirmspringerbereich, das ich schon lange für Turnbeutel benutze) durchgefädelt und zwischen den Ösen die Y-Stücke aufgefummelt. Der Paracord ist mit ordentlich Zug an der ersten und letzten Öse verknotet - durch die Spannung des Seils rutschen die Y-Stücke nicht mehr nach unten und kippen auch nicht. Das hält erstaunlich gut, sogar besser als ich mir das eigentlich vorgestellt habe - sogar schwere Winterjacken kann man aufhängen. Yuhu und das freut mich sehr! Kein Chaos mehr beim reinkommen, und ich finds mega stylisch und seh' das vor meinem geistigen Auge schon in 2 Meter Länge mit größeren Abständen in unserem zukünftigen Flur. Leider lässt sich die Ecke nur so semi gut fotografieren - in echt sieht das nämlich noch viel schicker aus! 


Wer mir auf Instagram folgt hat vermutlich schon festgestellt, dass bei mir im Moment eher Baustelle als Nähen angesagt ist. Das liegt daran, dass wir umgezogen sind und uns ganz spießig ein "Eigenheim" auf dem Dorf zugelegt haben - das klingt ganz schön gruselig, ist aber super schön. Gerade ist eines der beiden Gebäude bewohnbar - und da wohnen wir jetzt auch- , das andere schreit ganz laut: "Kernsanierung!" und wird vermutlich für die nächsten Jahre unser großes Baby sein. 

Einen schönen Sonntag euch noch, 

Fini. 


Dienstag, 18. Oktober 2016

Baby-Romper zur Hochzeit

Zur Hochzeit von wunderbaren Freunden musste auch unbedingt ein kleines Hallo-schön-dass-du-da-bist-Geschenk für ein kleines Mädchen verschenkt werden. Ich habe das Netz ein Weilchen nach Babyschnittmustern durchforstet und bin schließlich bei der Strampelhose Mikey von Le-Kimi hängen geblieben. Meine Erfahrung mit Babyschnitten hält sich ja bis dato in Grenzen. Entstanden ist eine Kombination in schwarz-grau-pink, sehr passend für das kleine Fräulein, wie ich finde, und nicht so ganz schlimm Mädchen-Mädchen. 
Das einzige woran ich wirklich fast verzweifelt bin sind die Jersey-Druckknöpfe von Snaply. Hat irgendjemand eine idiotensichere Anleitung, wie man die ordentlich befestigt? Bei mir klappt das trotz mitbestellter Zange nicht und ich mache lediglich Löcher in den Stoff, weil die Knöpfe nie sauber aufeinanderpassen. Am Ende sind es dann doch Kamsnaps geworden, um den Stoff nicht vollends zu ruinieren. 

Der schwarze Punktestoff ist aus dem Stoffladen meines Vertrauens, ich glaube ein Lillestoff. Eigentlich hatte ich daraus schon ein Kimono-Tee für mich genäht, dann allerdings beschlossen, dass Punkte in der Größe und Farbe doch so gar nicht meins sind - also wurde das kurzerhand zerschnibbelt. Der Pinke war einmal ein Tshirt, das mich mit einer gigantischen Lieferung ausrangierter Kleidung vor Kurzem erreichte. 
Passend dazu gab es, damit die Kleine im fernen China auch warme Ohren hat, ein kleines Mützchen aus den gleichen Stoffen. Nun haben mich Tragebilder aus Fernost erreicht -vielen Dank dafür- ich hätte ja eigentlich gedacht, dass es noch ein wenig dauert, bis der Mini die Sachen passen. 


Stoff: Punktestoff aus dem Stoffladen vor Ort & ein Tshirt aus dem Upcyclingfundus

Habt es schön,

Fini. 

Dienstag, 13. September 2016

Minitaschen für den Schlüsselbund
















Schon seit Anfang des Jahres schiele ich immer wieder zu greenfietsen rüber und beobachte die Ergebnisse des Taschen-Sew-Alongs. Aber eine Mischung aus Ich-hab-grad-echt-zu-wenig-Zeit und der Konzentration aufs Kleidung nähen führt dazu, dass ich bis jetzt nur beobachtet habe. (Die Mischung aus Ich-hab-grad-echt-zu-wenig-Zeit und Foto-Unlust führen übrigens dazu, dass es von der genähten Kleidung keine Blog-tauglichen Fotos gibt.)

Letztes Wochenende brauchte ich aber unbedingt schnell noch eine kleine Aufmerksamkeit für Konzert- und Übernachtungsgäste, also hab ich in der Restekiste gewühlt und einen Stapel Minitaschen genäht. 


Die Täschchen sind frei Schnauze nach eigenem Schnittmuster entstanden und so klein, dass sie bequem am Schlüsselbund baumeln können. Gedacht sind sie für den Transport von wichtigen Aufklebern, eignen sich aber genauso gut für Kleingeld oder den Schlüssel selbst. Verschlossen werden sie mit Kamsnaps - weil einfach und hübsch. Die Außenseiten sind aus Jeans, innen habe ich ein paar gut gehütete Lieblingsstoffreste vernäht. 




Und damit spring ich gerade noch pünktlich rüber zu greenfietsens Taschen-Sew-Along für August und beobachte ein bisschen neidisch, dass es bereits Menschen gibt, die sich der September Aufgabe gewidmet haben. 

Habt es schön,

Fini.

Sonntag, 8. Mai 2016

Ein Deluxe-Zuschneidetisch aus Paletten


Ich habs tatsächlich getan und hab mir Anfang April eine Overlockmaschine gekauft. Schon ganz, ganz lange steht so ein Maschinchen auf meinem Wunschzettel, aber der Preis hat mich immer abgeschreckt und dann gabs das klassische Hin und Her Überlege, ob ich denn wirklich eine neue Maschine will oder brauche. Klar war, dass ich mich beraten lassen muss, weil das Thema Overlock bis dahin für mich noch ein kleines Mysterium war - ich wusste nur: will ich haben, weil macht tolle Sachen. Ich hab mich in Dresden in einem Fachgeschäft beraten lassen und verschiedene Maschinen ausprobiert und bin dann tatsächlich mit neuer Maschine aus dem Laden marschiert. Der Grund für einen Neu-Kauf, etwas was wir ja nach Möglichkeit vermeiden, ist dass der Hersteller 4 Jahre Garantie auf das teuere Teilchen gibt und dass die Maschinen so gebaut sind, dass selber reaprieren - zumindest für mich - nicht in Frage kommt. Das heißt, ich möchte, wenn mit der Maschine irgendwas ist in den Laden gehen, wo ich sie gekauft habe, mich beraten lassen, nen Kundenservice bekommen und evtl. auch eine Ersatzmaschine gestellt bekommen. 
Dass ich darauf Wert lege rührt wahrscheinlich aus meiner gerade gemachten bzw. immer noch andauernden Erfahrung mit meiner Nähmaschine, die seit (Achtung!) 5. Januar auf Reperatururlaub ist. Es gibt hier so eine kleines Nählädchen mit ausgesprochen unfreundlichem Personal, aber da die Pfaff-Händler sind, dacht ich mir, ich bring mein Maschinchen dahin - das geht dann schneller, ich muss nicht extra nach Dresden fahren und dann nochmal zum abholen - dacht ich mir, Pustekuchen! Es ist jetzt Ende April, das Ersatzteil ist immer noch nicht da (seines Zeichens eine durchgebrannte Platine), die Nähtanten in dem Laden werden ob mehrmaligem Nachfragen nicht freundlicher und ich immer genervter. Ich hab ja mittlerweile fast die Hoffnung aufgegeben. Das möchte ich nicht nochmal haben, deswegen waren die gute Beratung und der Reperaturservice schließlich die ausschlaggebenden Argumente fürs Neukaufen (auch wenn ich die Alternativen zig Mal in meinem Kopf hin und her gewendet hab).
Huch, aber darum gings eigentlich garnicht - der Einzug der Overlock sollte nur der Aufhänger für die Notwendigkeit eines großen Zuschneidetisches werden. Denn jetzt wo ich ernsthaft anfange Kleidung zu nähen, muss ich sie auch irgendwo zuschneiden und ich bin wenig gewillt das auf dem Fußboden zu tun. Mein aktueller Zuschneidetisch waren zwei zusammengeschobene Tische, das war für kleine Sachen okay - allerdings war die Höhe definitiv nicht rückenschonend und tatsächlich habe ich das Meiste dann doch auf dem Bügelbrett zugeschnitten. 
Der Bau des Tisches war ne Nachmittagsaktion und ging relativ fix. Die "Beine" des Tisches bestehen aus zwei Europaletten, die ich hochkant stehend auf 95 Zentimeter gekürzt und abgeschliffen habe. Paletten-Schleifen ist ein Spiel, das ich in letzter Zeit öfter mal gespielt habe und festgestellt: das macht so gar keinen Spaß und ist mega zeitraubend (war auch defintiiv das Zeit intensivste des ganzen Projektes). Man könnte die Paletten jetzt streichen oder lasieren, das hab ich mir aber geschenkt. 


Die Tischplatte hab ich in unserem Fundus entdeckt und die ist riesig: einem Meter breit und zwei Meter lang! Die Paletten mit Winkeln an die Platte geschraubt - dabei festgestellt, dass das Ding zwar trotz seiner Größe relativ leicht ist, aber dafür innen hohl, folglich halten die Schrauben so semi gut. Deshalb wurde der fertig Tisch schließlich noch mit der Wand verschraubt - ich hab mich erfolgreich gegen eine angeratene Querverstrebung gewehrt (ich will da keine Querstreben, ich brauch den Platz darunter!)



Zwei Leisten an die Paletten geschraubt, die Zwischenplatte, die übrigens mal eine Seitenwand eines Schranks war, darauf gelegt und verschraubt - feddich! 
Ich bin mega happy mit dem Tisch! Die Höhe ist super, auch wenn ich vor dem entgültigen Zusammensetzen damit ordentlich gehadert hab, ich hab nämlich befürchtet, dass 100 Zentimeter doch zu hoch sind für meine 1,65 und bekanntlich wird ja was einmal zusammengebaut ist nie wieder auseinandergebaut um nochmal was zu verändern (und ich war zu faul vorher irgendwelche komplizierten Möbelhaus-Küchenarbeitsplatten-Formeln anzuwenden) - aber der Praxistest hat gezeigt, dass ich mit der Höhe super gut zurecht komme. 



Tatsächlich hab ich gar nichts für den Tisch gekauft - die Tischplatte, die Paletten und den Zwischenboden gabs vorrätig zuhause und Schrauben, Winkel und Dübel natürlich auch. Ich hab noch ein paar Pimp-Ideen für das Schätzchen (ich brauch zum Besipiel noch ne Aufhängung für Scheren, Rollschneider und Co), aber erstmal ist es so perfekt und die ersten Teile sind auch schon zugeschnitten und genäht. Yeah! 

Ich wünsch euch was, 

Fini 

Donnerstag, 28. April 2016

Pimp my bus - Ein neuer Boden

Pünktlich zum Saisonstart sollte auch unser Bus ein neues Kleid bekommen - nun ja, keine neues Kleid, aber zumindest einen neuen Boden. Ich konnte das graue Noppen-Original-Einbauzeug schon lange nicht mehr sehen, zudem war es zwar eine super Kisten-Rumrutsch-Bremse, aber leider sehr schlecht sauber zu halten, weil sich zwischen den Noppen wunderbar Sand und anderer Dreck verfangen hat. 
Klar war also, dass der Boden raus muss und schnell war auch klar, dass wir einen Korkboden haben wollen - nicht unbedingt weil Kork gerade DAS Trendmaterial ist, sondern weil er als Bodenbelag schön warm ist und es sich barfuß angenehm darauf läuft. 


Der alte Bodenbelag hat sich recht einfach entfernen lassen - Schrauben rausdrehen und kräftig anziehen. Leider blieb auf der darunter liegenden MDF Platte teilweise eine Art Furnier kleben, die wir dann mit Spachteln und Stechbeitel abgetragen haben - Achtung Fleißarbeit! Die Korkplatten aus dem Baumarkt hat J. dann mit einem Korkkleber einfach auf die Holzplatte geklebt. Das Material lässt sich super mit einem Cuttermesser schneiden und so war auch das Gestückle kein Problem - beim nächsten Mal würden wir allerdings vorne anfangen zu kleben, damit man im vorderen Bereich nicht so viele Fugen hat. Das ist nämlich der Bereich, den man meistens sieht, aber man lernt ja nie aus ... 






Nachdem der Kleber getrocknet ist, haben wir die Laufschiene und die Schränke mit Malerkrepp abgeklebt, den Kork mit einem feinen Schleifpapier angeschliffen und mit Parkettlack lackiert - das Ganze 3 Mal, also ebenfalls eine echte Fleißarbeit (die dankbarerweise J. übernommen hat). 
Nach der letzten Lackschicht, Malerkrepp weg und tadaaa fertig! Ich finde der neue Boden sieht super gut aus und fühlt sich auch ganz toll an. Ich bin gespannt ob er sich im Praxistest bewährt. In unseren Köpfen schwirren bereits weitere "Pimp my bus" - Projekte und J. bastelt bereits fleißig an der Innenraumbeleuchtung. 


Die Fotos sind schon ein paar Tage alt, so wunderbar sonnig ist es hier leider gerade nicht - eher wieder winterkalt und eklig - was soll das denn?!? 

Viele Grüße, 

Fini.

Sonntag, 31. Januar 2016

Sie ist weg!

Das Beste an Vorsätzen für das neue Jahr ist, wenn sie gleich schon von Anfang an zu scheitern drohen. Ganz fest vorgenommen hatte ich mir, mich im Januar und Februar meinem Ezebee Shop zu widmen und ihn endlich wieder aufzufüllen - bis gleich in der ersten Januarwoche mein Maschinchen keinen Ton mehr von sich gab. Meine Netzrecherche ergab, dass vermutlich eine Platine hinüber ist, also nichts mit selbst reparieren! Und jetzt ist das Maschinchen weg auf Reparatururlaub und das schon fast seit 4 Wochen. Vermutlich gehe ich der Dame im Nähmaschinenladen mittlerweile gehörig auf die Nerven, weil ich in sehr regelmäßigen Abständen nachfrage, ob sie denn nun endlich wieder da ist. Drückt mir die Daumen, dass das schnell geht und dass mich die Reparatur kein Vermögen kostet. In meinem Skizzenbuch tummeln sich viele, viele Ideen die auf Umsetzung warten. 

Aber ich kann euch noch ein genähtes Nachweihnachtsgeschenk zeigen: eine Babydecke, die ich zur Taufe verschenkt habe. Handbedruckt mit selbstgebauten Stempel-Elefanten, sonst ganz schlicht nur mit ein wenig grünem Pünktchenstoff eingefasst, die Rückseite ist aus einer wunderbar weichen Vintage-Bettwäsche. 



Statt aufwendig zu quilten habe ich einfach Rauten abgesteppt, das gibt einen simplen schönen Effekt. Die Mischung aus den abgesteppten Rauten und den aufgedruckten Elefanten ist eine schöne Mischung aus Indien und Bayern - das passt so auch wunderbar zu dem kleinen Knirps, der die Decke bekommen hat. 



Stoff: Bettwäsche, Pünktchenstoff aus der Restekiste
Füllung: halbertes Deckeninay 
Schnitt: von mir 

So, ich mache mich jetzt mal wieder ans Holz spalten und Sachen rumräumen und träume davon, dass mein Maschinchen bald wieder nach Hause kommt. 

Fini.