Sonntag, 8. Mai 2016

Ein Deluxe-Zuschneidetisch aus Paletten


Ich habs tatsächlich getan und hab mir Anfang April eine Overlockmaschine gekauft. Schon ganz, ganz lange steht so ein Maschinchen auf meinem Wunschzettel, aber der Preis hat mich immer abgeschreckt und dann gabs das klassische Hin und Her Überlege, ob ich denn wirklich eine neue Maschine will oder brauche. Klar war, dass ich mich beraten lassen muss, weil das Thema Overlock bis dahin für mich noch ein kleines Mysterium war - ich wusste nur: will ich haben, weil macht tolle Sachen. Ich hab mich in Dresden in einem Fachgeschäft beraten lassen und verschiedene Maschinen ausprobiert und bin dann tatsächlich mit neuer Maschine aus dem Laden marschiert. Der Grund für einen Neu-Kauf, etwas was wir ja nach Möglichkeit vermeiden, ist dass der Hersteller 4 Jahre Garantie auf das teuere Teilchen gibt und dass die Maschinen so gebaut sind, dass selber reaprieren - zumindest für mich - nicht in Frage kommt. Das heißt, ich möchte, wenn mit der Maschine irgendwas ist in den Laden gehen, wo ich sie gekauft habe, mich beraten lassen, nen Kundenservice bekommen und evtl. auch eine Ersatzmaschine gestellt bekommen. 
Dass ich darauf Wert lege rührt wahrscheinlich aus meiner gerade gemachten bzw. immer noch andauernden Erfahrung mit meiner Nähmaschine, die seit (Achtung!) 5. Januar auf Reperatururlaub ist. Es gibt hier so eine kleines Nählädchen mit ausgesprochen unfreundlichem Personal, aber da die Pfaff-Händler sind, dacht ich mir, ich bring mein Maschinchen dahin - das geht dann schneller, ich muss nicht extra nach Dresden fahren und dann nochmal zum abholen - dacht ich mir, Pustekuchen! Es ist jetzt Ende April, das Ersatzteil ist immer noch nicht da (seines Zeichens eine durchgebrannte Platine), die Nähtanten in dem Laden werden ob mehrmaligem Nachfragen nicht freundlicher und ich immer genervter. Ich hab ja mittlerweile fast die Hoffnung aufgegeben. Das möchte ich nicht nochmal haben, deswegen waren die gute Beratung und der Reperaturservice schließlich die ausschlaggebenden Argumente fürs Neukaufen (auch wenn ich die Alternativen zig Mal in meinem Kopf hin und her gewendet hab).
Huch, aber darum gings eigentlich garnicht - der Einzug der Overlock sollte nur der Aufhänger für die Notwendigkeit eines großen Zuschneidetisches werden. Denn jetzt wo ich ernsthaft anfange Kleidung zu nähen, muss ich sie auch irgendwo zuschneiden und ich bin wenig gewillt das auf dem Fußboden zu tun. Mein aktueller Zuschneidetisch waren zwei zusammengeschobene Tische, das war für kleine Sachen okay - allerdings war die Höhe definitiv nicht rückenschonend und tatsächlich habe ich das Meiste dann doch auf dem Bügelbrett zugeschnitten. 
Der Bau des Tisches war ne Nachmittagsaktion und ging relativ fix. Die "Beine" des Tisches bestehen aus zwei Europaletten, die ich hochkant stehend auf 95 Zentimeter gekürzt und abgeschliffen habe. Paletten-Schleifen ist ein Spiel, das ich in letzter Zeit öfter mal gespielt habe und festgestellt: das macht so gar keinen Spaß und ist mega zeitraubend (war auch defintiiv das Zeit intensivste des ganzen Projektes). Man könnte die Paletten jetzt streichen oder lasieren, das hab ich mir aber geschenkt. 


Die Tischplatte hab ich in unserem Fundus entdeckt und die ist riesig: einem Meter breit und zwei Meter lang! Die Paletten mit Winkeln an die Platte geschraubt - dabei festgestellt, dass das Ding zwar trotz seiner Größe relativ leicht ist, aber dafür innen hohl, folglich halten die Schrauben so semi gut. Deshalb wurde der fertig Tisch schließlich noch mit der Wand verschraubt - ich hab mich erfolgreich gegen eine angeratene Querverstrebung gewehrt (ich will da keine Querstreben, ich brauch den Platz darunter!)



Zwei Leisten an die Paletten geschraubt, die Zwischenplatte, die übrigens mal eine Seitenwand eines Schranks war, darauf gelegt und verschraubt - feddich! 
Ich bin mega happy mit dem Tisch! Die Höhe ist super, auch wenn ich vor dem entgültigen Zusammensetzen damit ordentlich gehadert hab, ich hab nämlich befürchtet, dass 100 Zentimeter doch zu hoch sind für meine 1,65 und bekanntlich wird ja was einmal zusammengebaut ist nie wieder auseinandergebaut um nochmal was zu verändern (und ich war zu faul vorher irgendwelche komplizierten Möbelhaus-Küchenarbeitsplatten-Formeln anzuwenden) - aber der Praxistest hat gezeigt, dass ich mit der Höhe super gut zurecht komme. 



Tatsächlich hab ich gar nichts für den Tisch gekauft - die Tischplatte, die Paletten und den Zwischenboden gabs vorrätig zuhause und Schrauben, Winkel und Dübel natürlich auch. Ich hab noch ein paar Pimp-Ideen für das Schätzchen (ich brauch zum Besipiel noch ne Aufhängung für Scheren, Rollschneider und Co), aber erstmal ist es so perfekt und die ersten Teile sind auch schon zugeschnitten und genäht. Yeah! 

Ich wünsch euch was, 

Fini